Immobilienpreise im Schwalm-Eder-Kreis
Was Häuser in Felsberg, Fritzlar, Melsungen und den übrigen Gemeinden des Kreises 2025 tatsächlich gekostet haben, mit Fallzahlen und Einordnung.

Wer wissen möchte, was ein Haus im Schwalm-Eder-Kreis wert sein kann, braucht mehr als einen kreisweiten Durchschnitt. Zwischen Edermünde, Borken und Melsungen liegen bei den veröffentlichten Kaufpreisen deutliche Unterschiede.
Dieser Überblick zeigt die amtlich erfassten Verkäufe freistehender Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Vertragsjahr 2025. Wichtig ist dabei immer die Fallzahl: Ein Ortsmittel beschreibt vergangene Verkäufe, aber noch nicht den Wert eines einzelnen Hauses.
Was die Kreiszahlen zeigen
Im gesamten Schwalm-Eder-Kreis wurden für das Vertragsjahr 2025 insgesamt 287 Verkäufe in der betrachteten Objektgruppe ausgewertet. Der mittlere Kaufpreis lag bei 252.898 €. Die verkauften Häuser standen im Mittel auf 933 m² großen Grundstücken und verfügten über 166 m² Wohnfläche.
Diese Zahl ist eine Orientierung für den Kreis, kein pauschaler Quadratmeterpreis. Baujahr, Modernisierungsstand, Mikrolage, Grundstück, Wohnfläche und die konkrete Nachfrage nach dem Objekttyp können den erzielbaren Preis deutlich verändern.
Kaufpreise, Grundstücke und Fallzahlen
Der Bericht erfasst alle 27 Städte und Gemeinden des Schwalm-Eder-Kreises. Für 26 nennt er einen mittleren Kaufpreis; für Ottrau unterdrückt er ihn wegen eines einzigen erfassten Verkaufs. Die folgende Tabelle zeigt die 19 Gemeinden, deren Mittelwert auf mindestens fünf Verkäufen beruht. Bei weniger als zehn Fällen kennzeichnen wir die Datenbasis ausdrücklich als klein.
Für Gilserberg, Knüllwald, Morschen, Neuental, Oberaula, Ottrau, Schrecksbach und Schwarzenborn nennen wir keinen Wert. Dort liegen weniger als fünf Verkäufe zugrunde, und ein Mittel aus zwei oder drei Kaufverträgen sagt über das örtliche Preisniveau nichts Belastbares aus. Wie wir im Kreis arbeiten und welche Orte eine eigene Seite haben, steht auf der Übersicht Immobilienmakler für den Schwalm-Eder-Kreis.
| Gemeinde | Ø Kaufpreis | Ø Grundstück | Ø Bodenrichtwert* | Fälle |
|---|---|---|---|---|
| Edermünde | 339.486 € | 841 m² | 88 €/m² | 15 |
| Fritzlar | 331.833 € | 945 m² | 74 €/m² | 18 |
| Wabern | 311.250 € | 1.028 m² | 42 €/m² | 8, kleine Datenbasis |
| Melsungen | 310.375 € | 890 m² | 89 €/m² | 27 |
| Guxhagen | 299.000 € | 832 m² | 59 €/m² | 7, kleine Datenbasis |
| Körle | 293.727 € | 939 m² | 68 €/m² | 11 |
| Gudensberg | 266.125 € | 883 m² | 67 €/m² | 16 |
| Schwalmstadt | 249.637 € | 884 m² | 66 €/m² | 38 |
| Niedenstein | 243.889 € | 1.211 m² | 63 €/m² | 15 |
| Willingshausen | 240.200 € | 780 m² | 41 €/m² | 5, kleine Datenbasis |
| Bad Zwesten | 239.600 € | 798 m² | 64 €/m² | 5, kleine Datenbasis |
| Homberg (Efze) | 232.357 € | 940 m² | 64 €/m² | 14 |
| Felsberg | 229.486 € | 924 m² | 58 €/m² | 21 |
| Spangenberg | 221.107 € | 1.379 m² | 40 €/m² | 9, kleine Datenbasis |
| Borken | 206.476 € | 871 m² | 54 €/m² | 31 |
| Jesberg | 205.076 € | 1.075 m² | 35 €/m² | 5, kleine Datenbasis |
| Neukirchen | 201.117 € | 951 m² | 53 €/m² | 6, kleine Datenbasis |
| Frielendorf | 194.471 € | 762 m² | 41 €/m² | 7, kleine Datenbasis |
| Malsfeld | 186.800 € | 701 m² | 45 €/m² | 5, kleine Datenbasis |
* Mittlerer Bodenrichtwert der 2025 verkauften Objekte, kein pauschaler Bodenrichtwert für die gesamte Gemeinde.

Warum die Kaufpreise innerhalb des Kreises so weit auseinanderliegen
Edermünde erreichte mit 339.486 € den höchsten Ortsmittelwert, Malsfeld mit 186.800 € den niedrigsten der veröffentlichten Werte. Unter den zehn Gemeinden mit mindestens zehn erfassten Verkäufen reicht die Spanne von 206.476 € in Borken bis zu denselben 339.486 €. Das bedeutet nicht, dass jedes Haus in Edermünde mehr wert ist als ein vergleichbares Objekt anderswo: Die verkauften Häuser unterscheiden sich von Ort zu Ort in Größe, Baujahr, Zustand und Lage.
Trotzdem ist ein Muster erkennbar: Die Nähe zum Kasseler Markt und gute Pendlerverbindungen können die Zahlungsbereitschaft bestimmter Käufergruppen beeinflussen. Gleichzeitig können größere Wohnflächen oder besonders große Grundstücke einen Ortsmittelwert anheben, auch wenn der lokale Bodenrichtwert niedriger liegt. Nach Norden hin fällt das Bild noch stärker gespreizt aus, wie der Beitrag zu den Immobilienpreisen im Landkreis Kassel zeigt.
Bodenrichtwert und Hauspreis erzählen nicht dieselbe Geschichte
Wabern ist ein gutes Beispiel: Der mittlere Bodenrichtwert der verkauften Objekte lag bei 42 €/m² und damit im unteren Bereich der Tabelle. Gleichzeitig lag der mittlere Kaufpreis bei 311.250 €. Die verkauften Grundstücke waren mit durchschnittlich 1.028 m² vergleichsweise groß.
Der Bodenwert ist nur ein Teil des Immobilienwerts. Gebäudegröße, Zustand, energetische Qualität, Grundriss und erfolgte Modernisierungen können bei bebauten Grundstücken stärker ins Gewicht fallen. Hinzu kommt, dass acht Verkäufe in Wabern nur eine kleine Stichprobe bilden.
Was die Marktdaten für Ihren Verkauf bedeuten
Die amtlichen Daten sind ein sinnvoller Ausgangspunkt, weil sie auf tatsächlich beurkundeten Kaufverträgen beruhen. Sie helfen dabei, die Größenordnung eines lokalen Marktes zu verstehen und unrealistische Erwartungen früh zu erkennen.
Für den Angebotspreis braucht es danach den Blick auf Ihr Haus. Besonders relevant sind die konkrete Lage innerhalb der Gemeinde, Wohn- und Nutzfläche, Grundstückszuschnitt, Modernisierungen, energetischer Zustand, mögliche Mängel und die derzeit erreichbare Käufergruppe. Eine persönliche Immobilienbewertung verbindet diese Merkmale mit den passenden Marktdaten. Den vollständigen Ablauf mit Zeiten, Unterlagen und Kosten finden Sie unter Haus verkaufen im Schwalm-Eder-Kreis.
- Ortsmittel als erste Orientierung nutzen, nicht als fertigen Angebotspreis
- Bei kleinen Fallzahlen besonders vorsichtig vergleichen
- Zustand und Investitionsbedarf aus Sicht potenzieller Käufer einordnen
- Preisstrategie und Vermarktung gemeinsam denken
Welche Verkäufe berücksichtigt wurden
Grundlage ist der Immobilienmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Immobilienwerte beim Amt für Bodenmanagement Homberg (Efze). Die Tabelle bezieht sich auf das Vertragsjahr 2025 und auf freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser der Baujahre 1950 bis 2022.
Die ausgewiesenen Werte sind arithmetische Mittel der erfassten Verkäufe. Sie bilden weder alle Wohnimmobilien noch Doppelhaushälften, Reihenhäuser oder Eigentumswohnungen ab. Die Fallzahl steht deshalb direkt neben jeder Ortsangabe. Unter fünf Fällen veröffentlichen wir keinen Kaufpreismittelwert. Wie aus solchen Marktdaten die Bewertung eines einzelnen Objekts wird, beschreiben die Wertermittlungsverfahren nach ImmoWertV.
Vergangene Kaufverträge und heutige Verkaufsentscheidung
Der Marktbericht 2026 wertet Kaufverträge des Jahres 2025 aus. Zwischen dem Abschluss dieser Verträge und einem Verkauf heute können sich Finanzierungszinsen, Angebot, Nachfrage und die Erwartungen der Käufer verändert haben. Der Jahresmittelwert bleibt deshalb eine nachvollziehbare Rückschau, ist aber keine automatische Preiszusage für den aktuellen Vermarktungszeitpunkt.
Für eine heutige Preisstrategie werden die amtlichen Daten mit aktuellen Konkurrenzangeboten, tatsächlich verfügbaren Vergleichsfällen und den Rückmeldungen der passenden Käufergruppe verbunden. Besonders bei kleinen Ortsstichproben ist dieser Aktualitätsschritt entscheidend. Welche Schritte danach folgen, zeigt der Ablauf des Hausverkaufs.
Welcher Ortswert zu welchem Haus passt
Auch innerhalb derselben Gemeinde sind nicht alle Verkäufe austauschbar. Ein modernisiertes Haus mit gut nutzbarem Grundriss, kleinerem Pflegeaufwand und ruhiger Lage spricht andere Käufer an als ein größeres Objekt mit erheblichem Investitionsbedarf. Grundstücksfläche allein erklärt diesen Unterschied nicht.
Für Eigentümer lohnt sich deshalb eine Merkmalliste: Baujahr, Wohnfläche, Grundstück, Modernisierungen, energetischer Zustand, Nebengebäude, Rechte und konkrete Mikrolage. Erst danach zeigt sich, welche Datensätze den Wert stützen und wo Zu- oder Abschläge sachlich begründet sind. Wie aus dieser Merkmalliste eine belastbare Zahl wird, beschreibt der Ratgeber Was ist mein Haus wert?.
Häufige Fragen zum Thema
Wie hoch sind die durchschnittlichen Hauspreise im Schwalm-Eder-Kreis?
Für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser lag der mittlere Kaufpreis im Vertragsjahr 2025 bei 252.898 €. Grundlage waren 287 ausgewertete Verkäufe im Schwalm-Eder-Kreis.
Der Wert ist eine Kreisorientierung. Der konkrete Immobilienwert hängt unter anderem von Gemeinde, Mikrolage, Zustand, Wohnfläche und Grundstück ab. Für einen heutigen Verkauf muss der Vorjahreswert außerdem mit aktuellen Angeboten und der Nachfrage nach dem konkreten Objekttyp abgeglichen werden.
In welcher Gemeinde waren die mittleren Kaufpreise am höchsten?
Unter den hier verglichenen Gemeinden lag Edermünde mit durchschnittlich 339.486 € vorn, gefolgt von Fritzlar mit 331.833 €. Die Fallzahlen betrugen 15 beziehungsweise 18 Verkäufe. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes Haus in Edermünde mehr wert ist. Größe, Zustand und Zusammensetzung der verkauften Objekte beeinflussen den Mittelwert.
Kann ich den Durchschnittspreis direkt auf mein Haus übertragen?
Nein. Ein Mittelwert fasst unterschiedliche Häuser zusammen. Für Ihr Objekt müssen Lage, Größe, Baujahr, Modernisierungen, Energiezustand, Grundstück und weitere wertrelevante Merkmale einzeln betrachtet werden. Eine persönliche Wertermittlung prüft, welche Vergleichsfälle tatsächlich zu Ihrem Haus passen und welche Abweichungen marktgerecht sind.
Warum ist die Fallzahl bei Immobilienpreisen wichtig?
Je kleiner die Fallzahl, desto stärker können einzelne besonders große, kleine, moderne oder sanierungsbedürftige Häuser den Mittelwert verschieben. Werte unter zehn Fällen kennzeichnen wir deshalb ausdrücklich als kleine Datenbasis. Die Zahl bleibt informativ, sollte aber als grober Rahmen und nicht als fertiger Angebotspreis gelesen werden.
Ist der angegebene Bodenrichtwert ein Wert für die ganze Gemeinde?
Nein. Angegeben ist der mittlere Bodenrichtwert der 2025 verkauften Objekte. Innerhalb einer Gemeinde bestehen verschiedene Bodenrichtwertzonen, die sich deutlich unterscheiden können. Grundstückszuschnitt, Erschließung und Nutzungsmöglichkeiten beeinflussen den individuellen Bodenwert zusätzlich. Bei einem bebauten Grundstück kommt der Wert des Hauses hinzu.
Wie erfahre ich, was mein Haus aktuell wert ist?
Eine belastbare Einschätzung verbindet amtliche Daten und passende Vergleichsfälle mit den individuellen Merkmalen Ihres Hauses. Auf der Seite zur Wertermittlung können Sie die wichtigsten Eckdaten übermitteln und ein persönliches Gespräch anfragen. Bei einem Termin werden anschließend Zustand, Mikrolage, Unterlagen und eine sinnvolle Preisstrategie gemeinsam eingeordnet.
Quellen
- Immobilienmarktbericht 2026Gutachterausschuss für Immobilienwerte, Amt für Bodenmanagement Homberg (Efze)Tabelle 10.2, Durchschnittliche Kaufpreise bei Ein- und Zweifamilienhäusern, Seiten 73 bis 74, Vertragsjahr 2025


